Presseberichte / Rezensionen

Bei Daniel Moraweks Mannheim Krimi handelt es sich um den Siegertext des Autorenwettbewerbs, den der Kehl Verlag 2007 ausgeschrieben hatte; »Schachmatt« sollte das Buch ursprünglich heißen – aus Gründen des Titelschutzes ist es jetzt im Dezember 2008 als »Die Partie« erschienen.

Ein Erpresser benutzt die Quadrate der Mannheimer Innenstadt als Spielbrett für eine mörderische Schachpartie. Ihm das Handwerk zu legen ist Sache von Leonard Kimski, einem ehemaligen SEK-Einsatzgruppenleiter, der nach einem Disziplinarverfahren wieder als Kommissar im Dezernat für Tötungs- und Vermisstenfälle des Mannheimer Präsidiums gelandet ist. Die Journalistin Eva del Monte arbeitet an einem Artikel über den wahren Alltag in einer Mordkommission, als sie in die Ereignisse hineingezogen wird. Es gibt eine historische Parallelhandlung in den Jahren 1761 bis 1789 um den Kurfürsten Carl Theodor und Geheimgesellschaften der Aufklärung; die historischen Bezüge reichen in den aktuellen Entführungsfall hinein.

Der Plot ist sauber konstruiert; die Handlungsstränge laufen logisch ineinander. Die Figuren sind anscheinend streng nach einem imaginären Handbuch für Krimiautoren organisiert; der Protagonist und seine Helfer auf der einen – der Antagonist und seine Kumpanen auf der anderen Seite. So werden sie auf bezeichnende Weise auch bei der Buchpräsentation vorgestellt. Diese Figurenkonstellation wird in beiden Handlungssträngen konsequent durchgehalten. Wir erleben einen Kommissar, der aus Protest gegen seiner alt68ger Hippie-Vater Polizeibeamter geworden ist und einen liebeskranken Kurfürsten beim unbefriedigenden Sex, fast dazu entschlossen, sich umbringen zu lassen, weil er für den Freitod zu feige ist.

Morawek gelingen atmosphärisch dichte Szenen mit Krähen im Nebel und finsteren Gestalten mit Krähenmasken. Er benutzt seine Schauplätze nicht allein zur Illustration des Bekannten und des Lokalkolorits wegen; die Geschichte der Handlungsorte wird geschickt in die Handlung mit einbezogen. Am Ende werden Entführer und Helfer zur Strecke gebracht; schachmatt gesetzt wie es so schön heißt. Die Motive für ihre Taten bleiben nahezu im Dunkeln; als Wahnsinniger wird der Täter im Klappentext vorgestellt. 

Der Text ist flüssig und angenehm frei von gängigen Krimi-Klischees geschrieben.

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Auszüge einer Rezension von Werner Traschütz (Szyllas Lesezeichen), 10.12.2008